Es staubt auf unseren Feldern. Wir wollen handeln.

Auf Facebook habe ich einen Filmbeitrag von ttt – Titel, Thesen, Temperamente geteilt, der zwar auf den demnächst erscheinenden Thriller ’42 Grad‘ von Wolf Harlander aufmerksam macht, der aber leider keine Fiktion ist, sondern im wahrsten Sinne des Wortes trockene Realität. Im Laufe des Tages hab ich dann aber gedacht, dass dieses Thema viel zu wichtig ist, um es nur im schnelllebigen Facebook mal kurz zu posten. Ich möchte dem Thema mehr Raum geben und deshalb hab ich es hier in meinem Blog noch einmal aufgenommen.

Kind im Regen. Foto: Werner Lüders

Vor vielleicht 40 Jahren meckerte ich rum, dass es hier ständig regnet. Ich weiß noch, was mein Vater damals zu mir sagte:

„Wer hier lebt, muss den Regen lieben.“

Das ist lange her – für ein Menschenleben. Bezogen auf klimatische Änderungen war es allerdings gerade eben erst.

Ich bin überzeugt, dass Wolf Harlander im oben angesprochenen Filmbeitrag Recht hat – die Dürre kommt schleichend, aber sie kommt. Und wir müssen uns gerade auch lokal hier bei uns dringend mit dem Thema Wasserkrise beschäftigen. Und zwar jetzt. Und nicht erst, wenn es zu spät ist. Wir müssen Vorsorge treffen, BEVOR die Katastrophe offensichtlich und nicht mehr abzuwenden ist.

Bild von Myriam Zilles auf Pixabay

Wassermangel zum Thema machen

Im September 2018 hat meine Fraktion einen Antrag zur Einrichtung einer kommunalen Klimapartnerschaft gestellt. Schon damals habe ich die Dürreproblematik im Planungsausschuss angesprochen und eindringlich davor gewarnt, hier die Bevölkerung und insbesondere die Landwirtschaft allein zu lassen.

Das Thema Klimapartnerschaften wurde auf Vorschlag der CDU in den Schulausschuss verschoben und dort wurde unser Antrag dann mehrheitlich abgelehnt. Und so wurde auch das Problem des steigenden Wassermangels infolge des Klimawandels nicht weiter behandelt.

Ich halte das für einen gravierenden Fehler, den wir eines Tages in nicht allzu ferner Zukunft bitter bereuen werden. Wir müssen mit Hochdruck an diesem Problem arbeiten. Schon heute müssen die Bauern mit hohem Aufwand und Kosten Wasser von unten holen, was nicht von selbst von oben kommt. Es regnet in vielen Landstrichen gar nicht und bei uns hier viel, viel, viel zu wenig.

Bild von Anrita1705 auf Pixabay

Die Bauern müssen bewässern, damit im trockenen Boden überhaupt was wächst. Und dann müssen sie weiter bewässern, damit Gewachsenes nicht wieder vertrocknet.

Foto: Dr. Thomas Nieberding

Auch unsere Wälder werden immer trockener. Die Waldbrandgefahr ist allgegenwärtig. Wir werden unsere Wälder nicht alle beregnen können.

Wer immer noch glaubt oder hofft, die Dürren seien Ausnahmen, sollte sich trotzdem schon allein aus Vorsicht mit dem Gedanken beschäftigen: was, wenn nicht?

Wir befinden uns im dritten schlimmen Dürrejahr in Folge und ich glaube der Wissenschaft, so wie ich auch in der Pandemie den Wissenschaftlern vertraue. Einige Quellen:

Über den Tellerrand schauen

Für mich und meine Partei steht fest: Wir müssen schleunigst Strategien entwickeln, wie wir mit Wasserknappheit umgehen können. Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gartenbau brauchen dringend enorme Unterstützung, um sich den völlig veränderten Bedingungen anpassen zu können.

In diesem Zusammenhang wäre die eingangs erwähnte und vor zwei Jahren von uns beantragte Einrichtung einer kommunalen Klimapartnerschaft ein wichtiger Schritt gewesen. Wir müssen jetzt zusammenarbeiten. Partnerschaften eingehen, Netzwerke bilden und vor allem: Über den Tellerrand schauen. Wir müssen umdenken, neue Ackertechniken lehren und lernen, die Art der Feldfrüchte an die veränderten Bedingungen anpassen und vermehrt Pflanzen und Bäume pflanzen, die auch in Dürre funktionieren.

Der Landwirtschaft eine Zukunft geben

Schon bald wird man die ersten Veränderungen unserer Landschaft dauerhaft sehen. Wir müssen jetzt die Konzepte entwickeln, die es uns erlauben, auch in Zukunft hier noch leben und ernten zu können.

Ganz sicher können wir nicht chronisch weiter so bewässern wie bisher. Unsere Grundwasserreserven sind endlich. Schon jetzt gibt es mancherorts erste Anzeichen von Wasserknappheit.

Traktor in Staubwolke, fotografiert in Herongen am 18. Mai 2020

Wer sehen und spüren will, wie staubtrocken unsere Natur derzeit ist, der muss nur einmal zu Fuß oder mit dem Rad auf Feldwegen unterwegs sein.

Ich möchte euch den Film, den ich auf Facebook geteilt habe, auch hier ans Herz legen. 6 Minuten und 12 Sekunden, die sehr deutlich machen: es wird höchste Zeit. Die Realität hat die Fiktion längst eingeholt: 42 Grad – ein Thriller über die große Dürre.

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