Ose Mont sprach mit den Kandidaten

Schwalmtals Gemeindejournal Ose Mont hat die drei Bürgermeisterkandidaten Schwalmtals befragt. Für alle, die es noch nicht gelesen haben, poste ich die Fragen und meine Antworten auch hier.

Warum sind Sie der perfekte Bürgermeisterkandidat?

Niemand ist perfekt, aber ich bringe zeitgemäße Eigenschaften mit: Als Unternehmer mit Betriebsführungserfahrung bin ich geübt im Umgang mit Veränderung, das wird in und nach der Corona-Krise entscheidend sein. Als alleinerziehender Vater sehe ich mich am Bildungsstandort Schwalmtal besonders Kindern und Jugendlichen verpflichtet. Mein Leben bildet ganz Schwalmtal ab: ich bin in Amern aufgewachsen, jetzt lebe und arbeite ich in Waldniel. Und als Einzelhändler kennen mich viele Schwalmtaler persönlich. Seit Jahren stehen wir täglich im Dialog – das soll auch die Basis meines Amts sein.

Was muss in Schwalmtal unbedingt als Thema angepackt werden?

1. Die Corona-Krise nachhaltig zu bewältigen: z. B. sichere Arbeitsplätze fördern und besonders betroffene Branchen unterstützen.

2. Ein modernes Ortsentwicklungskonzept gegen Leerstand, für Wohnungsbau, Ortskerne beleben und Begegnungsorte schaffen, z. B. in der Sparkasse Amern.

3. Ein Nachhaltigkeitskonzept, mit dem wir Schwalmtal bis 2030 klimaneutral machen und Mobilität für alle verbessern. Schon jetzt müssen wir gegen den Grundwassermangel arbeiten, sonst haben unsere Landwirte sehr bald auch kein Pumpenwasser mehr.

Wodurch unterscheidet sich Ihre Politik von anderen?

Durch Geschwindigkeit. Konservative Politik hält Positionen so lange bei, bis sie nicht mehr haltbar sind. Moderne Konzepte werden erst übernommen, wenn Wähler verloren gehen. So hat man bisher Macht erhalten, aber gute Ideen viel zu spät umgesetzt. Das muss viel schneller gehen – Photovoltaik auf öffentlichen Dächern kommt z. B. Jahrzehnte zu spät, da ist sehr viel Geld verloren gegangen.

Wie soll der Gemeindehaushalt stabilisiert werden?

Durch nachhaltiges Wirtschaften. Verantwortungsvolle Ausgabenplanung ist selbstverständlich, aber bei historisch niedrigen Zinsen zahlen sich kluge Investitionen aus. Neben der Gewerbesteuer brauchen wir neue Hauptertragsquellen: schon seit vielen Jahren fordern wir daher mehr kommunale Energieproduktion.

Woran wurde bisher zu sehr gespart?

An einem gepflegten Ortsbild, am Personal in Verwaltung und Bauhof, an genug Kita-Plätzen, an Schulwegsicherheit, am Ausbau erneuerbarer Energien, an einem Ortsentwicklungskonzept.

Foto: Werner Lüders

Ist Tourismus eine Chance für Schwalmtal? Wie möchten Sie den Tourismus ankurbeln?

Natürlich! Ich möchte das Kranenbachtal – als geförderten Beitrag zur Landesgartenschau 2026 – zum Gemeindenaturpark machen. So schaffen wir erlebbare Natur und einen Magneten für Schwalmtal. Kurzfristig setze ich auf die Bündelung unserer Kräfte, z. B. indem wir die Feste von Vereinen oder Bruderschaften mit Angeboten zu Unterkunft und Einkauf im Ort verknüpfen.

Soll das Gewerbegebiet vergrößert werden? Gibt es Chancen oder Nachteile?

Qualität vor Quantität! Die ausgewiesenen Gebiete sollten mit nachhaltigen Gründungen gut bezahlte Arbeitsplätze bieten. Handwerk, Produktion oder IT sind besser als Flächenverbrauch und Niedriglohn – noch mehr Logistikbetriebe? Sicher nicht der Trend für das kommende Jahrzehnt.

Wie kann Schwalmtal den Bedarf an Eigenheimen und günstigem Wohnraum decken?

Das Volumen im Ort ist zu klein für eine rentable eigene Wohnungsbaugesellschaft. Besser setzen wir zusammen mit der GWG einen am Bedarf ausgerichteten Wohnungsbau um. Für Eigenheime sollten wir Bestandsflächennutzung fördern.

Was kann oder muss für die Schwalmtaler Jugend getan werden?

Viel mehr! Aber nichts macht so alt, als mit über 40 oder 50 Jahren zu versuchen, etwas Jugendliches vorzuschlagen. Ich möchte daher ein Jugendparlament mit echten Entscheidungsbefugnissen einführen, auch über eigene Geldmittel. Und mit grundsätzlich nachhaltiger Politik die Lebensgrundlagen für die kommenden Generationen erhalten.

Die Antworten der anderen beiden Kandidaten findet ihr ebenfalls in der aktuellen August-Ausgabe des Magazins. Wem das Heft nicht vorliegt, man kann es auch digital lesen. Hier geht’s direkt zu den Antworten der Kandidaten von CDU und SPD.

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